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Wochenbett vorbereiten: Warum die meisten Anfragen von Müttern kommen, die schon geboren haben

21. Sept.
5 Min. Lesezeit

Frau stillt Baby

Ich kenne kaum eine Mutter, die nach ihrem ersten Kind sagt: „Es war alles leicht. Ich wusste, was mit mir passiert. Mein Wochenbett war wunderschön, ich hatte Raum zum Ankommen und Bonden, konnte mich in Ruhe aufs Stillen einstellen, und die gesamte Verwandtschaft hat sich zurückgehalten und mir nur gesundes Essen vor die Tür gestellt.“

Wäre schön, ist aber meistens nicht so.

Das sehe ich auch an meinen Anfragen. Die meisten Frauen, die sich bei mir melden, haben schon einmal geboren. Sie wissen jetzt, was ihnen gefehlt hat, und wollen beim nächsten Kind das Wochenbett vorbereiten, in Ruhe und vor der Geburt. Ich würde mir wünschen dass mehr Erstgebärende auch die Bedeutung des Wochenbetts erkennen.


Wochenbett vorbereiten: Was Du beim ersten Kind nicht wissen kannst

Als Erstgebärende hast Du keine Vorstellung davon, was auf Dich zukommt. Das ist in Ordnung. Es ist schön, wenn eine Frau unbefangen in die Geburt geht und sich vorher keine Sorgen macht. Läuft dann alles gut, ist das ein Geschenk, denn in der Klinik ist das heute eher die Ausnahme.

Und dann kommst Du nach Hause. Tag vier, drei Uhr nachts, die Milch schießt ein, die Naht zieht, Du weinst und weißt nicht genau, warum. Dazu Brustschmerzen, die Sorge, ob das Stillen klappt, Schmerzen an den Geburtswunden, die größte Hormonachterbahn Deines Lebens, Gefühlsschwankungen, die bis in depressive Verstimmungen reichen können. Darauf bereitet Dich niemand richtig vor und natürlich muß auch nciht all das auf einmal eintreten.

Aber das Wochenbett ist der größere Prozess als die Geburt. Es dauert Wochen statt Stunden, und niemand klatscht dabei und sagt "ach wie toll hast Du Dich denn in diesem transformativen Prozeß allen Herausforderungen gestellt und bist in Deine neue Rolle als Mutter hineingewachsen."


Die Geburt kannst Du nicht planen, Dein Wochenbett schon

Eine Geburt kann entspannt laufen oder nicht. Vorbereitung hilft auch dort, etwa mit einer guten Geburtsvorbereitung, aber planbar wird sie dadurch nie. Du kannst Pech haben mit der Situation oder mit dem Team, das an diesem Tag Dienst hat.

Das Wochenbett ist anders. Hier zahlt sich Vorbereitung verlässlich aus, und das wissen Mütter, die schon einmal durch sind. Sie haben ganz unterschiedliche Geburten erlebt und wissen, was sie sich beim nächsten Mal wünschen. Vor allem aber wissen sie, wie viel die richtige Unterstützung in den ersten Wochen ausmacht.


Wochenbett im Ayurveda: Die ersten 42 Tage

Wer sieben Tage nach der zweiten Geburt mit Kind Nummer eins wieder auf dem Spielplatz steht, hat keine Medaille verdient. Das haben heute zum Glück die meisten verstanden.

Im Ayurveda gelten die ersten 42 Tage nach der Geburt als heilige Zeit. Die Mutter bekommt warmes, weiches Essen und regelmäßig eine Ölmassage, und sie bleibt liegen, so lange es geht. Ihr Körper hat gerade ein Kind zur Welt gebracht und ordnet sich neu, während Hormone und Milchbildung noch ihren Rhythmus suchen.

Was Du in dieser Zeit bekommst, trägt Dich weiter, und was Dir fehlt, trägt Dein Körper mit. Brustentzündungen, Wochenbettdepression, ein Beckenboden, der mit 45 Probleme macht. Nicht alles davon lässt sich verhindern, vieles lässt sich aber abfedern, wenn Du in den ersten Wochen liegen durftest, warm gegessen hast und jemand da war, der Dir Verständnis und ein offenes Ohr entgegen gebracht hat, nur für Dich da war und Dir das Baby auch mal abgenommen hat.


Ganz wichtig: weinst Du länger als zwei Wochen fast jeden Tag, sprich mit Deiner Hebamme oder Ärztin, denn öfter als man denkt entsteht hier eine echte Wochenbettdepression, und die sollte man Ernst nehmen.


Wochenbett vorbereiten: Was Du klären kannst, solange Du schwanger bist

Am besten klärst Du ganz in Ruhe in den Wochen vor dem Geburtstermin:

Wer kocht für Dich, und was? Im Wochenbett tut warmes, weiches, gut gewürztes Essen gut, ein Dal, eine Suppe mit Ghee, ein Eintopf, der schon im Gefrierfach liegt.

Wer nimmt Dir den Haushalt ab?

Welche Fachfrauen stehen im Fall der Fälle bereit, Hebamme, Stillberaterin, Osteopathin, Doula, und stehen ihre Nummern schon in Deinem Handy? Gute Hebammen sind oft früh vergeben, such also nicht erst im achten Monat.

Und wie sagst Du der Oma, dass sie das Baby noch nicht besuchen kommt? Schreib den Satz vor der Geburt auf, damit Du ihn an Tag vier nicht erst formulieren musst: „Wir melden uns, sobald wir so weit sind.“


Und binde Deine vertrauten Personen in diee Vorbereitung mit ein. Dein Partner darf wissen, was auf Euch zukommt und was Dir wichtig ist. In den ersten Wochen ist er vor allem Türsteher für Besuch und derjenige, der den Kühlschrank mit gesundem Essen füllt, Dich versorgt und idealerweise die Pflege des Babies übernimmt, damit Du nicht zu viel stehst.

Als Doula in München begleite ich Frauen im Wochenbett bei ihnen zuhause. Ich bringe warmes Essen mit, massiere und bin da, wenn die Nacht zu lang wird, Frage aufkommen die man der Hebamme nicht gestellt hat oder stellen mag. Ich sehe wenn ihr noch etwas lernen dürft rund um die Versorgung des Babies. Und vor Allem sehe ich Dich und Deine Bedürfnisse. Mehr dazu findest Du auf meiner Seite zur Wochenbettbegleitung in München.


Häufige Fragen zum Wochenbett


Wie lange dauert das Wochenbett?

Medizinisch rechnet man mit sechs bis acht Wochen nach der Geburt. Im Ayurveda sind es die ersten 42 Tage, in denen sich der Körper neu ordnet und Du am meisten Ruhe brauchst.


Wann sollte ich mit der Vorbereitung anfangen?

Mit der Suche nach einer Hebamme, sobald Du sicher schwanger bist. Kochen, Haushalt und Besuch kannst Du im zweiten Drittel der Schwangerschaft klären, solange Du noch Energie hast.


Was esse ich im Wochenbett?

Warmes, weiches, gut gewürztes Essen, das Dein Körper leicht verdauen kann: Dal, Suppen, Eintopf mit Ghee, Porridge. Vieles lässt sich vorkochen und einfrieren. Rohes und Eiskaltes darf in den ersten Wochen warten.


Wie sage ich Besuch im Wochenbett ab?

Mit dem Satz, den Du vor der Geburt aufgeschrieben hast. Besuch, der willkommen ist, bringt Essen mit und geht nach einer Stunde wieder oder übernimmt eine andere Aufgabe im Haushalt, damit Du Dir darüber keine Gedanken machen musst.


Brauche ich beim ersten Kind eine Doula im Wochenbett?

Du brauchst Menschen, die Dir den Alltag abnehmen und für Dich da sind. Das können Deine Familie, eine Freundin, eine Doula oder mehrere zusammen sein. Wichtig ist, dass Du es vor der Geburt klärst. Als Doula bin ich vor Allem für Deine Heilung und Dein gutes Ankommen als Mutter da. Ich ersetze das Dorf, was sich früher mal um eine Mutter nach der Geburt gekümmert hat. Wenn Dich das interessiert, schreib mir über das Kennenlerngespräch.


Ich wünsche mir, dass Frauen das wissen, bevor das erste Kind da ist. Wer soll in Deinem Wochenbett für Dich kochen? Das und alles Andere was Du an Aufgaben hast und Erwartungen die Du erfüllst sollten klar definiert sein.

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